Genossinnen und Genossen,
heute war ein Tag, an dem wir so um die 90 Meilen fahren wollten und auch gefahren sind.
Der Tag begann nach dem Aufstehen mit dem Frühstück mit Blick auf den Detroit Lake. Gegen 10 Uhr fuhren wir los um gleich darauf in Detroit zu tanken. Rund 200L passen wohl in den Tank aber nach 125 Dollar war automatisch Schluss. Regular kostete so um die 4,50$/Gallone. Danach ging es weiter in die Berge denn heute wollten wir zum Tamolitch Blue Pool laufen. Nach gut 45 Minuten kamen wir am Trailhead an und machten uns sogleich auf den Weg. 2 ¼ Meile pro Strecke sollten es werden und es sollten anstrengende noch dazu werden. Die Kinder machten ein ganzes Stück mit aber irgendwann kam der Punkt das sie nicht mehr wollten und dauernd fragten wie weit es noch sei. Unsere kleinen Lügen brachten uns noch eine Weile weiter aber auch dieses Kartenhaus fiel irgendwann in sich zusammen. Ich musste Jonas eine ganze Weile lang auf der Schulter tragen und auch Henrietta war kaum noch zum laufen animieren. Leider hatten wir ihr auch noch versprochen, wir würden ans Wasser des Pools gehen aber als wir dort ankamen wäre dies ein total gefährliche Kraxelei geworden und das war uns tatsächlich einfach zu gefährlich. Henrietta verstand das zuerst nicht und bestand darauf, von der Klippe springen zu wollen (vermutlich so 10m oder mehr hoch) aber Gott sei dank ließ sie bald darauf von diesem Gedanken ab und gesellte sich zu uns um ein kleines Picknick zu machen. Nach dieser Rast ging es wieder zurück. Jonas wurde wieder eine Zeit lang von mir getragen und auch Henrietta war mürrisch ob der Hitze. Es war schon ziemlich warm und dort wo es keinen Schatten gab, brannte der Planet (ich weiß, die Sonne ist kein Planet) doch ziemlich heftig auf uns herab. Nach insgesamt 4 ½ Stunden waren wir gegen 15.30 Uhr wieder zurück am RV. Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf den Weg zu unserem heutigen Etappenziel in Sisters. Hier sollte noch ein ganz besonderes Highlight auf uns warten. „The biggest little Show in the world“ wird es genannt. Es ist Rodeo-Time in Sisters und heute Abend war die Auftaktveranstaltung Namens „Extreme Bulls“. Wie der Name schon sagt gab es heute Bullriding und zwar vom Feinsten. Die Stimmung in der Arena war wirklich einzigartig. Ob beim Aufwärmen, bei der Vorstellung der Hauptakteure, beim gemeinsamen Gebet für die Reiter oder natürlich bei der Nationalhymne (genau zu diesem Zeitpunkt musste Jonas aufs Klo und ich habe die Hymne nur durch das Dixiklo gefiltert gehört). Die gesamte Veranstaltung war ein Spiegelbild der amerikanischen Gesellschaft und wie sich der Amerikaner an sich mit dem Land und der Fahne identifiziert. In Deutschland wärst du sofort als Nazi verschrien wenn du solch einen Nationalstolz an den Tag legen würdest aber das steht auf einem anderen Blatt. Als die ersten Reiter loslegten gab es kein Halten mehr, vor allem wenn es ein Reiter schaffte, die geforderten 8 Sekunden auf dem Bullen „sitzen“ zu bleiben. Das ganz dauerte gute 2 Stunden und wir verputzten währenddessen Pommes in Form eines Mauersteines und 2 Limonaden. Die ganze Zeit über lief Musik von AC/DC über Country bis ZZ Top über eine mächtige Lautsprecheranlage. Die Bässe gingen wirklich durch und durch. Gegen 20.45 Uhr war die Veranstaltung zu Ende und wir machten uns zu Fuß wieder auf den Weg zu unserem RV, der gleich neben den Rodeogrounds im angrenzenden RV-Park steht. Zu den Tickets kamen wir aufgrund von technischen Schwierigkeiten bei der Zahlungsabwicklung im Onlinekauf nur durch die freundliche Unterstützung einer Mitarbeiterin im Ticketing beim Organisator des Rodeos. Sie (Jerri Buckmann) hinterlegte die Tickets am Schalter, so dass wir diese vor Ort bezahlen konnten. Eine durchaus nicht übliche Vorgehensweise da die Tickets eigentlich ausschließlich Online vertrieben wurden. Wir trafen Jerri auch an dem besagten Schalter und überreichten ihr ein kleines Mitbringsel aus Wernigerode. Darauf fühlte sie sich „gezwungen“, Henrietta und Jonas Basecaps von Rodeo und ein paar weitere Kleinigkeiten zu schenken. Alles in Allem war es ein sehr gelungener Abend. Hier hat man mal das „echte“ Amerika abseits der eigentlichen Touristenströme kennengelernt. Man könnte auch sagen wir haben die Eingeborenen in ihrem natürlichen Habitat beobachten dürfen.
Jetzt ist es 22.04 Uhr und das Bett ruft. Gute Nacht.
Katharina, Michael, Henrietta und Jonas
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